Was ist Untergewicht?

Die medizinische Formulierung besagt: Ein Erwachsener ist leicht untergewichtig, wenn sein BMI (Body Mass Index) zwischen 17,0 und 18,5 liegt. Bei 16,0 bis 17,0 sei das Untergewicht mäßig ausgeprägt. Ab einem Body Mass Index von unter 16 spricht man von starkem Untergewicht.

Das Thema Untergewicht und damit verbunden der Body Mass Index ist vor allem in Bezug auf Kinder und Jugendliche aber auch junge Erwachsene bezogen mit einer zunehmenden Brisanz verbunden. Menschen, die mit Zeit und Freude Essen zubereiten und zu sich nehmen sind wesentlich weniger gefährdet, an Untergewicht zu erkranken als jene, die dafür jegliches Gefühl und Interesse verloren haben.

In Deutschland sind ungefähr vier Prozent der Bevölkerung betroffen. 

So kommt es zu Untergewicht

Die vielen Ursachen für die Entstehung von Untergewicht haben eines gemeinsam: Es steht dem Körper weniger Energie zur Verfügung, als er für die Erfüllung seiner Funktionen benötigt.

Die Ursachen können in drei Gruppen unterteilt werden:

1. Unzureichende Nahrungszufuhr z.B.:

  • durch Appetitlosigkeit: Depression, Schmerzzustände, Stress, bestimmte Medikamente,
  • Rauchen, einige illegale Drogen und Alkoholismus, Magen-, Leber- und Gallenblasenerkrankungen;
  • nach schweren Verletzungen oder ausgedehnten Operationen;
  • durch Verletzungen und Erkrankungen des Gehirns;
  • durch Verletzungen oder Erkrankungen von Mund, Rachen oder Kiefer;
  • bei Schluckstörungen;
  • durch Verengungen des Magen-Darm-Traktes: Magen- und Speiseröhrenkrebs, Verengung in der Speiseröhre bzw. am Magenausgang;
  • bei Fehlernährung – beim Sport, durch energiearme Diäten bzw. Fasten;
  • bei Mangelernährung des ungeborenen Kindes: durch Mangelernährung der Mutter,
  • Verletzungen des Mutterkuchens, schlechte Durchblutung des Mutterkuchens, Rauchen und Alkohol in der Schwangerschaft;
  • bei Vernachlässigung von Kindern und alten bzw. kranken Menschen durch Betreuungspersonen;
  • bei Nahrungsmittelknappheit.

 

2. Verminderte Nährstoffaufnahme im Darm z.B.:

  • bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa;
  • durch genetisch bedingte Enzymfehlbildung bzw. einen genetisch bedingten Enzymmangel (z.B.Laktoseintoleranz, Zöliakie);
  • bei bestimmten Parasiteninfektionen.

HINWEIS: Diese Erkrankungen führen nur bei schweren Krankheitsverläufen zu Untergewicht.

 

3. Erhöhung des Energieumsatzes (Katabolismus) z.B.:

  • bei chronischen Krankheiten, die viel Energie kosten  – z.B.Krebserkrankungen oder bestimmte Infektionen (z.B.Tuberkulose, AIDS);
  • bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) – hoher Energieumsatz durch erschwerte Atmung meist bei gleichzeitig verminderter Nahrungsaufnahme;
  • durch bestimmte Medikamente (z.B. Schilddrüsenhormone);
  • bei Stoffwechselerkrankungen: Überwiegen von Hormonen, die den Energieumsatz steigern (z.B. Schilddrüsenhormone bei der Schilddrüsenüberfunktion).

 

Bei der Magersucht können alle drei der oben genannten Ursachengruppen eine Rolle spielen. Die Ess-Brech-Sucht (Bulimie) ist durch die Aufnahme von hohen Mengen an Nahrungsmitteln und das nachfolgende, selbst herbeigeführte Erbrechen gekennzeichnet. Häufig werden zusätzlich Abführmittel eingenommen. Dadurch wird ein Energieverlust angestrebt. Je nachdem wie viel Energie Betroffene mit Bulimie dabei aufnehmen bzw. verlieren, können sie sowohl untergewichtig als auch normal- oder seltener übergewichtig sein.

HINWEIS: Untergewicht kann auch genetisch bedingt sein. In diesem Fall hat es selten Krankheitswert.

 

Welche Symptome können auftreten?

Das Ungleichgewicht zwischen Nahrungsaufnahme und Nährstoffverbrauch führt meist zu einer Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen. Dazu gehören Eiweiße, Kohlenhydrate, gesättigte und ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Spurenelemente. 

HINWEIS: Als Mangelernährung wird eine allgemein verminderte Nahrungsaufnahme oder eine unzureichende Aufnahme einzelner wichtiger Nahrungsbestandteile (z.B. Vitamine, Spurenelemente oder Eiweiß) bezeichnet. Es können daher auch normal- und übergewichtige Menschen mangelernährt sein.

 

Bei leichtem Untergewicht nehmen die Betroffenen nicht immer Beschwerden wahr. Oft treten jedoch Befindlichkeitsstörungen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit auf.

Schweres Untergewicht geht mit einem ausgeprägten Nährstoffmangel einher. Dadurch sinkt die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Die Muskelkraft nimmt ab, und Betroffene kommen schneller außer Atem. Das Risiko für die Entwicklung ansteckender Erkrankungen ist erhöht, Untergewichtige leiden allgemein schwerer unter Krankheiten, und es kommt häufiger zu Komplikationen. Zudem erholen sie sich nach Erkrankungen langsamer. Auch Wunden heilen schlechter. Stark untergewichtige Menschen leiden oft unter Konzentrations- und Erinnerungsstörungen.

Wenn sich im Rahmen einer schweren chronischen Erkrankung ein Nährstoffmangel entwickelt, verändert sich nach einiger Zeit die Körperzusammensetzung. Dabei ist ein Verlust von Skelettmuskulatur und/oder Fettgewebe zu beobachten. Eine ausgeprägte Abmagerung durch den Verlust von fettfreier Körpermasse und Fettmasse wird als Kachexie bezeichnet.

Eiweißmangel kann zur Entstehung von Ödemen führen. Körperfett isoliert den Körper gegen Kälte. Da der Körperfettanteil niedrig ist, frieren Untergewichtige leichter als Normalgewichtige.

Bei Frauen wird der Menstruationszyklus unregelmäßig, bei schwerem Untergewicht setzt die Regel aus. Untergewichtige Frauen und Männer können unter Fruchtbarkeitsstörungen bis zur Unfruchtbarkeit leiden.

Wenn Untergewicht über einen längeren Zeitraum besteht, entwickelt sich häufig eine Osteoporose. Weiters können Organe – z.B. das Herz, die Leber oder die Nieren – geschädigt werden.

 

Ernährungsempfehlungen bei Untergewicht:

  • Nahrungsmittel mit hoher Energiedichte bevorzugen: z.B. Fruchtsäfte, Nüsse, Banane;
  • mindestens fünf kleine Mahlzeiten – große Mahlzeiten führen oft zu Übelkeit und allgemeinem Unwohlsein;
  • vollwertige Kost;
  • seltener Verzehr von „leeren“ fett- oder zuckerreichen Nahrungsmitteln mit geringem Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen bzw. Ballaststoffen (z.B. Chips oder Limonade);
  • Beachtung individueller Vorlieben.

 

Bewegung wirkt sich förderlich auf die Gewichtszunahme aus, wenn dabei nicht zu viel Energie verbraucht wird. Nach körperlicher Betätigung sollten innerhalb von zwei Stunden Eiweiß bzw. Kohlenhydrate zugeführt werden, um einen nachhaltigen Muskelaufbau und ein Auffüllen der Kohlenhydratspeicher zu gewährleisten. Muskelkräftigungsübungen unterstützen den Muskelaufbau. Dehnübungen können Verspannungen lösen und wirken allgemein entspannend. Begleitendes Gedächtnistraining beschleunigt die Rückbildung von Gedächtnisstörungen.

Die Ernährungsumstellung sollte, wenn möglich, durch Ernährungsmediziner eingeleitet und begleitet werden. Körperliches Training kann mit einer Physiotherapeutin/einem Physiotherapeuten durchgeführt werden.

HINWEIS: Die Ursache eines unklaren Gewichtsverlustes bzw. von schwerem Untergewicht sollte so rasch wie möglich erkannt und behandelt werden.

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