
Herzlich Willkommen auf meine Blog!
Ich lade dich hier gerne ein, an meinem Weg teilzunehmen und zu erfahren was mir begegnet, in welchen Prozessen ich mich befinde, welche Entscheidungen ich treffe und meine Wahrheit spreche.
Ja, meine Wahrheit sprechen, dazu fühle ich mich berufen um damit Frauen zu inspirieren, ihnen Mut und Hoffnung zu machen. Ich habe mich oft sehr alleine gefühlt und durfte aber erfahren, dass wenn ich meine Wahrheit spreche, ich anderen Frauen dabei helfe.
Aber erst mal stelle ich mich vor...
Oder doch nicht? Mein Leben schien auseinander zu fallen und nicht schien mehr zu funktionieren. Ich hatte fürchterliche Panik. Ich durfte in diesem Land unverheiratet nicht schwanger sein, der Vater hatte sich aus den Staub gemacht, ich konnte niemanden vertrauen und nach Hause wollte ich erst Recht nicht! Was nun?
Wie es der Zufall will, lernte ich auf dem Flug von München nach Dubai eine supernette Stewardess kennen und wir tauschten die Nummern aus. Ihr Name war Susanna. Ich kannte diese Frau so gut wie gar nicht, aber mein Bauchgefühl sagte mir, dass ich ihr vertrauen kann.
Wir trafen uns auf einen Kaffee und ich schüttete ihr mein Herz aus. Ihre Reaktion war einfach mega. Sie meinte, dass sie mich auf gar keine Fall verurteilen würde und ganz egal welche Entscheidung ich treffen würde, auch mein Baby würde mich dafür nicht verurteilen. Nach dem Gespräch war für mich klar, Abtreiben und meine Leben in Freiheit weiterleben.
Da sie für eine Airline arbeitete, bot sie mir an einen Flug noch London zu organisieren um die Abtreibung dort zu machen. Allerdings wollten wir dies an einen anderen Tag machen.

Ich lebte in einer WG zusammen mit einer Frau namens Louie aus Südafrika. Am Morgen nachdem ich mich für die Abtreibung entschieden hatten, schrieb sie mir eine Nachricht, darin stand: "Hey, ich will jetzt echt nicht ausflippen aber in unserer Wohnung ist ein Geist. Der sitz neben meinem Bett und schaut mich die ganze Nacht an. Ich habe Angst".
Mir war sofort klar, dass es mein Mädchen war. Ja, ich wusste von Anfang an, dass sie ein Mädchen ist. Ich war alleine in unserer WG und ging in Louie's Zimmer. Ich setzte mich aufs Bett meiner Mitbewohnerin und bat mein Baby, mit mir mitzukommen und bei mir zu bleiben. Ich sagte ganz liebevoll zu ihr, dass sie bei mir sein darf weil sie im Augenblick zu mir gehört. Dann stand ich auf und verließ das Zimmer.
Am Morgen danach fragte ich nach ob der Geist immer noch da sei und sie meinte nur: "Nein der ist weg, was hast du gemacht?" Natürlich wusste sie nichts von meiner Schwangerschaft und ich hielt es weiterhin geheim.
Der Tag war gekommen an dem meine Freundin Susanna zu mir in die WG kam um den Kurztrip für die Abtreibung nach London zu planen. Wir setzten uns erst einmal und dann meinte sie. "Ich bin so glücklich, dass du diese Entscheidung getroffen hast und ich finde es so mutig von dir, obwohl auch wenn du dich anders entschieden hättest, eine Mama findet immer die Kraft, Liebe und Geld für sein Kind."
Meine Reaktion war so krass. Ich fing an zu heulen wie verrückt und in diesem Moment war mir klar, ich kündige und gehe zurück nach Sterzing um mein Kind zu bekommen und aufzuziehen. Gesagt, getan. Am nächsten Tag kündigte ich meine Arbeit und verliebte mich mehr und mehr in meinen Bauch und in den Gedanken ein kleines Baby zu bekommen.
In diesen Moment war für mich auf klar, dass ich mich auf diese Reise alleine machen werden.
Tja aus dem Kurztrip wurde dann ein Longtrip nach Sterzing. In Dubai erzählte ich so gut wie keiner Menschenseele, dass ich schwanger war. Meine Vorgesetzte wusste es und ansonsten traute ich mich nicht mit jemanden darüber zu reden. Meine Mitbewohnerin dachte ich hatte Krebs weil ich so müde war und den ganzen Tag nur noch schlafen wollte *LOL*. Einen Monat war ich dann noch hin Dubai und dann ging die Reise zurück nach Hause. Erst 10 Tage bevor ich los geflogen war, hatte ich meiner Familie erzählt, dass ich schwanger war. Sie freuten sich unglaublich. Einmal freuten sie sich darüber, dass ich endlich nach Hause kam, die hatten nämlich die Hoffnung aufgegeben, dass ich jemals wieder nach Hause kommen würde und zweitens, weil ich noch jemanden mitbringen würde.
Ich hasste den Gedanken zurück nach Sterzing zu gehen. Ich fühlte mich wie die größte Versagerin. Ich wollte doch nie wieder herkommen und hier leben, und jetzt kam ich mit meinem Koffer und einem Baby im Bauch. Ohne Papa... Ich war nicht einmal im Stande den Pappa meines Kindes bei uns zu halten. Was für eine Versagerin ich doch war. Dazu wartete noch meine beschissene Vergangenheit in Sterzing auf mich. Was wenn der Psycho raus kriegt, dass ich wieder zurück bin und das auch noch schwanger. Was denken wohl die Leute von mir??? Fragen über Fragen und Vorwürfe über Vorwürfe.
Es blieb nichts als mich all dem zu Stellen und ja es war absolut nicht schön aber mein Kind gab mir Halt und Kraft und plötzlich interessierte mich die Aussenwelt nicht mehr so sehr.
Ich lebte erstmals wieder bei meinen Eltern. Da ich aber mit 18 Jahren bereit meine eigene Wohnung hatte, war das ein sehr schwieriger Schritt, wieder bei meinen Eltern einzuziehen. Ich hatte ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern aber was auf mich zukam war Beinhart und Heilung pur. Meine kleine Schwester, welche 6 Jahre jünger war als ich, wurde bereits "krank" geboren. Sie leitete an einer sehr seltenen Krankheit und kein Arzt wusste was wirklich zu tun war also machte meine Schwester Tanja bereits mit einem Jahr ihre erste Chemo. Mit drei ihre zweite Chemo Behandlung. Ich war damals 7 Jahre alt. Ich durfte aus Sicherheitsgründen nicht mehr nach Hause, weil es zu riskant war, dass ich durch Viren meine Schwester zusätzlich schwächen oder gefährden würde. Als 7-jähriges Kind, verstand ich das vollkommen aber trotzdem wuchs in mir ein tiefer Hass. Ich war 6 Jahre lang ein Einzelkind. Mir galt alle Aufmerksamkeit und plötzlich durfte ich nicht mal mehr nach Hause.
Über die Jahre hatte sich das nicht gelegt, sondern durch verschiedene Ereignisse eher noch verschlimmert.
2008 meinten dann die Ärzte, dass wenn Tanja in die Pubertät kommen würde, die Krankheit nicht mehr ausbrechen könne. Tja, bei der letzten Kontrolle, fanden sie dann wieder einen Befall und es ging wieder in die Chemo-Therapie. Dieses Mal konnte sie sich nicht mehr erholen, im Gegenteil. Es wurde von Jahr zu Jahr schlimmer. Ihr komplettes Nervensystem fing an zu versagen. Es fing damit an, dass sie ihr Gleichgewicht nicht mehr halten konnte und in den Rollstuhl kam und wie das bei Muskeln so eben ist, wenn man sie nicht benutzt dann verschwinden sie irgendwann.
Ich hatte nie viel Mitgefühl für sie. Ich war immer eher genervt von allem und wollte nichts mit all dem zu tun haben. Jetzt durfte ich aber diesen Dämon ins Gesicht schauen und ihn liebevoll umarmen.
Ich lebte im selben Haus und meine Hormone machten mich zu einer anderen Person. Ich entwickelte die allerschönsten und fürsorglichsten Gefühle für meine Schwester. Ja, es waren schon fast mütterliche Gefühle und ich merkt wie diese Zeit mit ihr, uns beiden unendlich gut tat. Es war Heilung pur. All der Hass und Wut, welche sich über all die Jahr aufgebaut hatte, verschwand. Jeden Tag ein bisschen mehr, bis nur noch Liebe da war.
Meine Schwester verließ ihren Körper im Februar 2021. Es war für mich ein sehr erleichterndes Gefühl. Einfach aus dem Grund, weil sie täglich Schmerzen hatte, nur noch liegen konnte und künstlich ernährt wurde. Es war kein Leben mehr und als sie es endlich schaffte zu gehen, war es eine unglaubliche Erleichterung. Ich empfand es so, als wäre es unglaublich egoistisch von uns gewesen sie mit allen Mitteln am Leben zu halten nur um sie bei uns zu haben. Natürlich war ich auch traurig und muss heute noch weinen weil sie so viele Emotionen in mir auslöst. Wunderschöne Emotionen

Folgende Ansicht half mir dabei sehr, dieses Ereignis, dass Tanja nicht mehr physisch da war sehr.
Unsere Seele oder Essenz (nenne es wie es für dich stimmig ist) kommt auf diese Erde und inkarniert sich in einem Körper. Dabei ist unser Körper nur eine Hülle, in der sich unsere Seele aufhält um Aufgaben zu erledigen oder verschiedene Erfahrungen zu machen. Dabei ist der Tod nichts anderes als das, dass die Erfahrung in dieser Hülle eben zu Ende ist. Die Seele ist aber unendlich und auch wenn du diese Seele nicht mehr physisch anfassen und umarmen kannst, bist doch auf einer viel tieferen und weit aus wertvolleren Ebene mit der anderen Seele verbunden. Da gibt es kein verlieren oder Verlust. Wir halten oft so am Leben fest, da ist uns gar nicht bewusst, das diese körperliche Erfahrung nur ein kleiner Teil unserer geistigen Erfahrung ist.
Was wäre wenn wir aufhören zu denken: "Warum immer ich? Warum passieren immer mir diese Dinge?" und anfangen zu verstehen, dass genau diese Prozesse da sind damit wir diese Erfahrungen machend dürfen und uns auf einer viel höheren Ebene die wir so im Verstand gar nicht verstehen, weiterentwickeln dürfen.
Heute weiß ich, meine Schwester hat uns so viel gelernt und aufgezeigt. Besonders meiner Mutter. Tanja's Lebensaufgabe war, meiner Mutter und der gesamte Familie, den richtigen Weg aufzuzeigen. Welchen Weg jeder Einzelne von uns geht, hängt von uns ab und von unserer Lebensaufgabe.
Was damals der Weltuntergang war, war auf einmal die Führung schlecht hin.
2020 kam es ja unter anderem zum Corona Wahnsinn. Wenn ich jetzt zurück denke, dass ich in Dubai in einer Wohnung eingesperrt hätte sein können und nicht mal nach Hause hätte fliegen können um diese intensive Heilung mit meiner Schwerster zu erfahren, dann muss ich mich jetzt meiner kleinen Tochter zuwenden und aus tiefsten Herzen sagen "DANKE, dass du mich nach Hause geholt hast!" Ich verspüre diese unendliche Dankbarkeit und tiefes Vertrauen, dass wir eigentlich gar nichts in der Hand haben und aus eigenen Willen handeln, weil das Leben führt uns so der Maßen stark, dass es einfach nur einen tiefen inneren Frieden in mir auslöst.
Wenn ich mich hingeben und das Leben machen lasse, dann kommt alles wie es kommen muss. Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.

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